Alexander der Große
- Bücher, DVD's, Spiele...

1.Vorwort/Einleitung
2.Alexander der Große -
   Kindheit und Jugend

3.Der Perserfeldzug
4.Dareios Tod
5.Indienfeldzug und Tod
   Alexanders des Großen

6.Der Mensch hinter
   dem Schild

6.1 Alexanders Aussehen
6.2 Seine
     Charaktereigenschaften

7.Nachwort
8.Literaturverzeichnis
Zeittafel Philipp II.
   von Makedonien

Zeittafel Alexander der Große
Zeittafel Diadochen
Kartenmaterial::..
Weitere Arbeiten::..
Der Leopard::..
Gästebuch::..
     eintragen
Links::..
Kontakt::..
Alexander der Große

6.2 Alexanders Charaktereigenschaften

u seinem Charakter wäre zu sagen, dass Alexander der Große viele seiner Eigenschaften, von seinen Eltern geerbt hat. So war er sehr selbstbewusst, stolz, religiös gesinnt, zu seinem Ende hin immer unberechenbarer und im Hass und in der Rache furchtbar, wie seine Mutter Olympias. Vielleicht hat er seinen Drang oder seine Begierde nach Ferne, ein Verlangen nach dem Äußersten, Exzentrischen und Abenteuerlichen auch von ihr geerbt.
Dazu heißt es in "Alexander - Der Traum vom Frieden der Völker" von S.Fischer-Fabian: "'Als Alexander der Große zum erstenmal Asien erblickte, wurde er von einer namenlosen Sehnsucht ergriffen', schreibt ein antiker Autor. Die Sehnsucht hatte einen Namen: pothos. Ein Begriff, der im Leben des Königs eine große Rolle spielte. Es ist die unbestimmte, unbestimmbare Begierde, Nie-Gewagtes zu wagen, Nie-Gewußtes zu wissen, eine Tür aufzustoßen zu unbekannten Räumen." Den von seiner Mutter geerbten Stolz, den ich schon erwähnt habe, stellt man dadurch fest, dass Alexander bei den olympischen Spielen nicht mitgemacht hat, weil 'er nur gegen Könige kämpfe'.
Seine zornige, von Hass erfüllte und teils auch dämonische Wesensart, die er wiederum von seiner Mutter geerbt hat, konnte man erkennen, als jemand sich einmal ergab, ihn aber dann versuchte mit dem Messer zu ermorden, aber ihm nur eine Verletzung zuführen konnte. Da rastete Alexander aus und ließ seine Ferse durchbohren und mit Stierhautriemen durchziehen, dieses an einen Wagen hängen und mit hoher Geschwindigkeit losfahren, so dass dieser hinterhergeschliffen wurde, bis er tot war. Eine Münze auf der Alexander der Große abgebildet ist

Auf alle Fälle war seine Bindung zu seiner Mutter sehr eng, manchmal war sie seine einzige Vertraute. Er hatte während seines ganzen Perserfeldzuges mit seiner Mutter Briefkontakt gehabt. Und das ihn viele Lehren und Vorstellungen seiner Mutter beeinflusst hatten ist auch nicht abzustreiten.
Sein Verhältnis zu seinem Vater, mit dem er später offen in Konflikt geriet, war dagegen von Anfang an weniger eng. Von Philipp hat Alexander der Große wahrscheinlich die hohe Intelligenz, die bespiellose Willenskraft, Zielstrebigkeit und Geschicklichkeit, mit jeder Lage fertigzuwerden, gehabt. Doch sie schienen bei Alexander etwas in gesteigerter Form aufzutreten, wie auch gewisse "barbarische" Züge, wie z.B. Zornesausbrüche und Trunksucht, was auch den Tod seines besten Freundes, Kleitos, durch ihn eingebracht hat.

Den Lysimachos, der ihn in der Jugendzeit in die homerischen Epen einführte, nahm er auf den persischen Feldzug mit und umsorgte ihn, als er in Syrien aus Schwäche zurückblieb. Das zeigt Alexanders Sorge, Mitgefühl und Interesse an seine Freunde und Krieger. Das sieht man auch daran, als er sich in späterer Zeit an Leonidas, der ihn als Knabe wegen Verschwendung von Räucherwerk beim Opfer getadelt hatte, erinnerte und ihm nach der Eroberung Tyros' eine ganze Schiffsladung Weihrauch schickte oder wie er nach den Schlachten über das Schlachtfeld ging und die vielen Verwundeten und dem Tod Nahen tröstete sie verbinden ließ, fragte, wie sie ihre Wunden bekommen haben, ihnen Wasser reichte und ihnen versicherte, dass man für ihre Angehörigen sorgen würde. Jenen Frauen, die durch ihren in der Schlacht gefallenen Ehemann Witwen geworden sind, erließ er alle Steuern und Abgaben. Er war auch sehr verschwenderisch, wenn es um seine Helfer und Freunde ging. Allein der Hirte, der ihn zu den Persischen Toren geführt hatte, erhielt von ihm zehn Talente, was heute ungefähr 120 000 Euro wären.

Ausserdem beeindruckte mich, wie er mit der Gemahlin und Mutter von Dareios gehandelt hat. Er behandelte sie nicht wie Sklavinnen, sondern erwies ihnen alle Ehren, die einer Königin zustanden. Er hörte sogar auf die Mutter, als sie ihn abhielt, sich an einem Stamm, der sich ihm widersetzte, zu rächen. Positiv könnte man von ihm noch aufführen, dass er die eroberten Städte, außer in Persepolis, nie von seinen Soldaten plündern ließ, wie es bei anderen Herrschern üblich war. Auch hat er Städte, die sich ihm freiwillig ergaben immer gut behandelt, außer wieder bei Persepolis und bei Verrätern.

Interessant ist auch die Geschichte mit dem Knoten von Gordion. Kurz vor Alexanders Abmarsch aus Gordion kam ihm Aristandros, der Seher entgegen und erzählte ihm von dem Königswagen in der alten Burg, mit dem es eine besondere Bewandtnis habe: Wer den aus dem Bast der Kornelkirsche geknüpften Knoten, der das Joch mit der Deichsel verbindet, zu lösen vermöge, dem werde die Herrschaft über ganz Phrygien zufallen. Alexander der Große zögerte keinen Augenblick das Orakel zu erfüllen. Was tat Alexander um den Knoten zu lösen? Er entzweite ihn einfach mit seinem Schwert und sagte nur: "'Es kommt auf eines heraus, wie man ihn löst!'" Alexander der Größe - eine weitere BüsteDas zeigt auch, dass Alexander der Große immer versuchte, etwas auf die einfachste und schnellste Weise zu lösen.

Das Alexander großes Interesse an der Wissenschaft hatte ist dadurch ersichtlich, dass er immer mit Aristoteles korrespondierte, als er neue Flora und Fauna entdeckte oder als er herausfinden wollte, warum der Nil alljährlich und pünktlich das Land überschwemmte. Auch war er an neuen Kulturen interessiert. Das ist meiner Meinung nach auch einer der Gründe, warum Alexander einen Indienzug durchführte, der eigentlich nahezu belanglos war. Natürlich spielt da auch sein unersättlicher Eroberungsdrang mit eine Rolle. In späterer Zeit wurde Alexander der Große immer misstrauischer auf andere und war immer mehr auf der Hut vor Verschwörungen gegen ihn als Thronbesitzer. Nur der kleinste Verdacht veranlasste ihn dazu jemanden brutal zu quälen und zu ermorden.

Was kann man von Alexanders Haltung zu Religionen und Göttern sagen? Hat er wirklich daran geglaubt? Er hat auf alle Fälle viel geopfert für die verschiedensten Götter, aber oft war es nur, um seinen Männern Mut zu machen, dass die Götter ihnen beistehen würden oder einfach nur, um den Völkern zu zeigen, dass er an ihre Götter glaubt und sich so bei ihnen beliebt gemacht hat. Allerdings kam es in manchen Situationen vor, dass Alexander der Große wirklich auf die Hilfe der Götter vertraut hat, so zum Beispiel vor der Schlacht in der Ebene bei Gaugamela, wo er den beiden Söhnen des Kriegsgottes Ares geopfert hat. Man kann also sagen, dass er in gewisser Hinsicht schon an die Götter glaubte, doch hauptsächlich auf sich selbst vertraute.

Auf alle Fälle kann man sagen, dass Alexander der Große mehr als nur eine interessante Persönlichkeit war.

zurück zu 6.1 Wie Alexander der Große aussah   weiter zu 7. Nachwort

Weitere Bücher über Alexander den Großen im Alexander der Große - Shop - HIER KLICKEN!