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ür Alexander stand es gewiss von vornherein fest den Perserkriegsplan seines Vaters zu realisieren, doch galt es zunächst seine eigene Stellung als Nachfolger Philipps zu sichern und zugleich den Bestand Makedoniens und seiner Vormachtstellung, die jetzt äußerst gefährdet war, zu erhalten. Wie rasch er diese Ziele erreichte, zeigt, dass der damals Zwanzigjährige schon im vollen Besitz der Eigenschaften und Fähigkeiten, die er bei allen seinen späteren Unternehmungen an den Tag legte. Die Sicherung seiner Stellung als König der Makedonen war für Alexander am dringlichsten. Die erforderliche Anerkennung durch die Volks- und Heeresversammlung gewann er durch kluge entgegenkommende Maßnahmen.. Er ließ Philipp mit allen Ehren bestatten, versprach, in seinem Sinne zu regieren und verkündete Steuerfreiheit für alle Makedonen. Damit besaß Alexander der Große rechtlich und stimmungsmäßig die Grundlage für sein Vorgehen gegen die möglichen Rivalen und Prätendenten, die er mit schonungsloser Brutalität beseitigte.
Zu den ersten Opfern gehörte Amyntas der IV. Er war einst von Philipp, seinem Vormundschaftsregenten, der königlichen Rechte, die ihm als Sohn Perdikkas dem 3. zustanden, beraubt, aber am Leben gelassen worden. Jetzt konnte er seinen legitimen Anspruch auf den Thron geltend machen und wurde dabei auch von einem Teil des makedonischen Adels unterstützt. Alexander der Große ließ ihn mit dem Vorwand oder mit der Begründung, einen Anschlag von ihm befürchten zu müssen, hinrichten. Ebenso wurde Karanos, ein Stiefbruder Alexanders aus einer früheren Ehe Philipps, getötet. Zwei Fürstensöhne aus dem Stamm der Lynkesten verfielen dem Todesurteil, weil sie angeblich an der Ermordung Philipps beteiligt waren. Doch der gefährlichste Widersacher Alexanders war wohl Attalos, der Oheim der Kleopatra, der letzten Gemahlin Philipps. Er hatte Alexander seiner Zeit durch seine beleidigende Äußerung zur Thronfolgerfrage herausgefordert und war darauf von Philipp mit den ersten truppen nach Kleinasien vorausgeschickt worden. Alexander der Große schickte Meuchelmörder nach Kleinasien und ließ ihn ohne weiters umbringen, ebenso seine Verwandten.
Diese Morde sind einerseits auf den barbarischen Charakter der Makedonen, welchen Alexander im Blut hatte, zurückzuführen, aber andererseits sicherlich nicht zuletzt durch die Hassgefühle seiner Mutter, die ihn zu solchen Taten auch drängte. Doch meiner Meinung nach ist der überzeugendste und nachvollziehbarste Grund für Alexanders Mordserie, dass er ein Sicherheitsbedürfnis hatte. Manche Morde Alexanders mögen gerechtfertigt gewesen sein, weil es in der antiken Geschichte oft der Fall war, dass durch einige Personen das Leben von Thronfolgern und Königen in Gefahr war und wir heute nicht wirklich beurteilen können, ob es auch der Fall bei einigen der Ermordeten war, wohl aber eher Alexander der Große. Doch gleich ganze Familien ermorden zu lassen finde ich doch sehr barbarisch. Ähnliche Taten wiederholen sich später noch mal, wobei man dort dann nicht mehr unbedingt den Grund des Sicherheitsbedürfnisses anführen kann.
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