lexanders nächstes Ziel war die Besetzung Mesopotamiens, von wo ihm der Zugang nach Susa möglich war, der Hauptresidenz der Perserkönige. Der Besitz dieser Gebiete war für die Rechtmäßigkeit der Herrschaft unerlässlich. Drum zog er wie gesagt nach Babylon. Dort bereitete man sich auf eine Schlacht um diese Stadt vor, doch dies erwies sich als unnötig, da Mazaios, der Satrap Mesopotamiens, und die babylonischen Würdenträger Alexander entgegenkamen um ihn anzuerkennen und ihm die Stadt zu übergeben. Der Einzug in Babylon, der Metropole des Orients, war ein triumphales Ereignis. Die Makedonen waren von dieser Stadt, mit den hängenden Gärten und dem Turm zu Babel, sehr beeindruckt, obwohl diese Stadt schon längst nicht mehr in der Blütezeit war und vor allem durch den Untergang des babylonischen Weltreiches durch Medien und Persien etwas "heruntergekommen" war.
Als erstes opferte Alexander, wie es für ihn üblich war, dem dort herrschenden Gott Marduk, wodurch er sich bei den Babyloniern auch einen guten Namen machte, im Gegensatz zu den Persern, die diesem Gott nicht geopfert hatten. Mazaios ließ er in der Stellung als Satrapen mit dem Recht der eigenen Münzprägung, doch ließ er wieder makedonische Besatzungstruppen zu Aufsicht dort. Ausserdem stellte er dieser Stadt Geld und Arbeiter für den Wiederaufbau der zerstörten Heiligtümer zur Verfügung.
In diesen Tagen bekam Alexander Schreiben, dass Antipatros, der Statthalter in Makedonien war, einen vernichtenden Sieg über die Spartaner bei Megalopolis errang. Dazu hat Alexander nur eine Bemerkung phantastischen Hochmuts abgelassen: "'Mäusekrieg'". Solche "kleinen" Sachen interessierten ihn nicht mehr. Das zeigt auch, dass er innerlich Abstand von den Verhältnissen in Griechenland genommen hatte.