Alexander der Große
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1.Vorwort/Einleitung
2.Alexander der Große -
   Kindheit und Jugend

3.Der Perserfeldzug
3.1 Erste Taten als König
3.2 Der Beginn des
      Perserfeldzugs

3.3 Schlacht am Granikos
3.4 Schlacht bei Issos
3.5 Die Belagerung von Tyros
3.6 Schlacht bei Gaugamela
4.Dareios Tod
5.Indienfeldzug und Tod
   Alexanders des Großen

6.Aussehen und Charakter
   Alexanders des Großen

7.Nachwort
8.Literaturverzeichnis
Zeittafel Philipp II.
   von Makedonien

Zeittafel Alexander der Große
Zeittafel Diadochen
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Alexander der Große



3.5 Die Belagerung von Tyros

wei Wochen nach der Schlacht brachten hochadlige Boten einen Brief von Dareios, der sich mit einem Teil seiner geschlagenen Armee hinter den Euphrat zurückgezogen hatte. In diesem Brief bot er Alexander den Frieden an und wollte für seine Mutter und Gemahlin ein Lösegeld aussetzen das, wie er schrieb, "...'so hoch, wie ganz Makedonien es nicht bergen könnte'" sei und ausserdem noch Land dazu "...'bis zum Flusse Halys'". Ausserdem betonte er, dass nicht die Perser am Krieg schuld seien, sondern Alexander, der ja im Frieden in Persien eindrang. Anstatt das Angebot anzunehmen schrieb der stolze, von den Siegen beflügelte Alexander ihm: "'Da ich nun Herr Asiens bin, so verlange ich, daß Du zu mir kommst. [...] Vor meinem Angesicht wirst Du um Deine Mutter, Deine Gemahlin und Deine Kinder bitten; und was Du sonst noch wünschst, Du wirst Gehör finden. Übrigens hast Du, wenn Du mir wieder Botschaft schickst, Dich an den König von Asien zu wenden. Ich bin nicht Deinesgleichen, sondern der Herr über all das, was Dein war. Solltest Du es an Ergebenheit fehlen lassen, werde ich mit Dir als dem Beleidiger meiner königlichen Majestät verfahren. Bist Du anderer Meinung darüber, wer nun Herrscher ist, dann erwarte mich noch einmal zum Kampf im offenen Feld. Und fliehe nicht! Denn wo Du auch sein magst, ich werde Dich finden!'"
Auf diesen Brief hat er sicherlich keine Antwort erwartet, denn er wusste, dass der Großkönig dies nicht erfüllen könnte und vor allem nicht sein Gesicht verlieren wollte. Alexander der Große wandte sich nun den Phönikiern zu, die den Persern ihre Flotte unterstellt hatten. Dieses Volk, das sehr klein an Zahl war und unserem Kontinent den Namen Europa gab sowie unser Alphabet, war im Handeln sehr begabt und deswegen auch sehr reich. Die Phönikier in den Städten Sidon, tripolis, Arados und Byblos übergaben ihre Stadt freiwillig, nur die aus Tyros nicht. Da der Handel nur im Frieden gedeiht, wollten die Tyrer ihn durch ihre Neutralität bewahren, doch als sie Alexander im Spott verweigert haben die Stadt zu betreten, hieß das Krieg. "Es begann eine der längsten und erbittertsten Belagerungen der Kriegsgeschichte, bei der nicht die Feldherrn das Zepter führten, sondern die Ingenieure."

Durch eine wohldurchdachte Rede verbesserte Alexander der Große die Stimmung der Kommandeure, die ziemlich schlecht war, als sie erfahren haben, dass sie diese Stadt mit ihren riesigen Mauern erobern müssten, wo sie doch wussten, dass dies nur sehr schwierig wäre und viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Zwischen der Küste und Tyros war noch das Meer, dessen Länge bis dorthin achthundert Meter betrug. Und dies musste ohne eine nennenswerte Flotte überwunden werden. So fing man an einen Damm zu bauen. Das Material karrten die Bewohner von Paläotyros heran, nachdem man sie gezwungen hatte, dafür ihre eigenen Häuser abzureißen. Tausende von Kriegsgefangenen haben sie dabei unterstützt. Doch dieser Damm wurde durch das stürmische Meer und von den Tyrern zerstört. Auch ein zweiter stärkerer Damm kam nur auf Schussweite an die Stadtmauer heran. Nun ging Alexander nach Sidon zurück und stellte aus den zurückgekehrten phönikischen, kyprischen und anderen Schiffen der aufgelösten Perserflotte eine eigene Flotte zusammen, um die Tyrer zur See zu schlagen, doch diese wichen einer Seeschlacht aus und sperrten ihre beiden Häfen. So ließ Alexander der Große dann mehrere Belagerungsgeräte, wie Rammböcke und Katapulte herantransportieren und stellte sie auf die, von ihm nahe der Stadt verankerten, breiten Frachtschiffen, um so die Mauer aufzuschlagen. Die Tyrer erkannten die drohende Gefahr und ließen so ihre Flotte aus den Häfen und vernichteten das kyprische Geschwader, wurden darauf aber von Alexander zurückgeschlagen. Jetzt konnte Alexander die ganze Stadt umzingeln und mit Spezialschiffen, an denen Rammböcke montiert waren, die Mauer von allen Seiten aufschlagen. Die Übernahme der Stadt war dann ein Leichtes. "Zu den Racheakten, die darauf folgten, gehörte die Kreuzigung der gefangenen jungen Männer und die Versklavung der übrigen Bevölkerung."

Während der Belagerung von Tyros bekam Alexander der Große überraschenderweise doch noch ein zweites Schreiben vom Perserkönig. Darin bot Dareios die Abtretung aller Länder westlich des Euphrat an, die Anerkennung Alexanders als einen gleichrangigen Großkönigs, seine Vermählung mit der Tochter des Dareios, dazu ein Lösegeld von 10 000 Talenten (etwa 130 Mio. Euro) für die Freilassung der Königsfamilie. Nie in der Geschichte hatte sich der Beherrscher eines Weltreichs mehr gedemütigt, obgleich noch gar kein Grund dazu bestand. Der Kern seines Reiches, also der wichtigste Teil, war noch intakt. "Wenn ich Alexander wäre würde ich es annehmen." soll Parmenion gesagt haben. Was erwiderte Alexander darauf? "Wenn ich Parmenion wäre, würde ich das Angebot auch annehmen". Er hätte sich doch niemals "nur" auf die gleiche Stufe des Großkönigs setzen lassen, nicht Alexander der Große, Sohn des Zeus. Ausserdem gehöre das Reich, das Dareios ihm anbot sowieso bald ihm, eine Erlaubnis zur Verehelichung mit einer Tochter des Großkönigs brauche er nicht und das Angebot von ein paar tausend Talenten komme einer Beleidigung gleich. Im übrigen sollte der Großkönig ihn doch persönlich bitten. So ging der Krieg nun weiter.

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