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areios hatte sich derweil, zusammen mit dem intakten Teil seines Heeres nach Medien zurückgezogen.
Doch als Alexander der Große Susa verließ, wollte er zuerst so schnell wie möglich in die Persis vorstoßen, in das Kernland des Weltreiches der Perser. Drum machte er sich auf den Weg nach Persepolis, das sozusagen das "Herz" bildete.
Die Eroberung der Persis und dabei vor allem Persepolis war wichtig, um den Anspruch auf die Nachfolge der Perserkönige zu bekräftigen. Nach einigen kleineren Kämpfen auf seinem Weg, wurde vor allem die Erstürmung der Persischen Tore zur Schwierigkeit. Diese wurden von Ariobarzanes, dem Satrapen der Persis verteidigt. Alexander entschloss sich, mit den beweglichen Truppen rasch durch das Gebirge zu ziehen und den Pass anzugreifen, währende die anderen Verbände und der Tross unter Parmenion auf der Fahrstraße nachkommen sollten. Doch der Sturm auf diese Stellung misslang und Alexander musste sich zurückziehen. Das war die erste Niederlage, die er erlebt hatte. Doch er ließ sich nicht so leicht davon abbringen die Persis zu erobern. Ein Hirte, der sich in dieser Gegend auskannte, verriet dem Makedonen einen weiteren Pfad, von wo aus er den Satrapen attackieren konnte. Dieser Pfad war nur ihm bekannt, weil er dort oben seine Ziegen gehütet habe. So brach Alexander der Große dann mit seinen besten Männern auf um den 2250 Meter hohen Kamm des Bolsoru zu erreichen. Als das Hornsignal zur Attacke geblasen wurde, griffen die Makedonen talaufwärts und talabwärts an. Als die Perser merkten, dass sie den Feind nun auch noch hinter ihrem Rücken hatten, brach Panik unter ihnen aus.
Ariobarzanes gelang es mit einigen hundert Reitern nach Persepolis zu fliehen, doch die Stadtväter öffneten ihm nicht die Tore. Es erschien ihnen klüger, dem Sieger beizutreten und übergaben so Alexander die Stadt.
Nun geschah allerdings etwas, für Alexander, unübliches: Er gab die Stadt zur Plünderung frei, da seine Soldaten schon anfingen zu murren, weil sie die Städte, die sie bis zu diesem Punkt erobert hatten nie plündern durften, was sonst den Soldaten üblicherweise als Ehre und Dank für ihre Tapferkeit gewährt wurde. Ausserdem meinte Alexander, dass diese Stadt die härteste Strafe verdient hätte, da hier ‚der Überfall auf Hellas beraten worden sei' und man hier ‚beschlossen habe, die Griechen, wo immer sie auch lebten, zu versklaven'. So geschah es, dass Häuser geplündert wurden, sich Wehrende getötet wurden und Frauen vergewaltigt wurden. Aber die Rache nahm immer noch kein Ende. So ließ Alexander der Große, als er in einem Trinkgelage von einer Dirne überredet wurde, den Königspalast anzünden, wobei er darin noch mehrere Menschen einsperren ließ und diese dann mit verbrannten.
Nachdem Alexander der Große auch noch Pasargadai, die zweiten Königsresidenz, besetzte, erklärte er "...den Rachekrieg offiziell für beendet und entließ die Truppen, die ihm der Korinthische Bund hatte stellen müssen."
Alexander erfuhr nun, dass Dareios sich in Ekbatana aufhalte und er dabei war ein neues schlagkräftiges Heer aufzustellen. Als er nach zwölf Tagen von Persepolis nach Ekbatana kam, fand er nicht Dareios mit seinem Heer vor, sondern einen verängstigten Stadtkommandanten, der ihm die Tore öffnete und ihm sagte, dass der Großkönig inzwischen Thara erreicht haben müsste, was einen gewaltigen Vorsprung bedeutete.
Doch Alexander eilte nicht sofort Dareios hinterher, sondern blieb einige Zeit in Ekbatana. Erst als er hier einen zentralen Stützpunkt errichtete, verfolgte er Dareios mit zunehmender Eile. Im Gefolge des Dareios hatten sich derweil große Unstimmigkeiten ergeben. So wollten die griechischen Söldnerführer Alexander im Kampf entgegentreten. Dabei hatten vor allem der hohe Würdenträger Nabarzanes und der mit dem König verwandte Bessos, der Satrap von Baktrien war, die Absicht in die östliche Gegend auszuweichen und den Krieg dort selbständig, ohne Rücksicht auf den erfolglosen und ängstlichen Dareios, fortzusetzen.
Je näher Alexander der Große den Persern aufrückte, desto mehr spitzten sich die Ereignisse unter Dareios Gefolge zu. So kam es, dass Bessos Dareios ermorden ließen. Erst gedachten sie Dareios Alexander lebendig auszuliefern, um Dank von ihm zu erhalten. Aber als sie daran, mit Recht, zu zweifeln begannen, haben sie den Mord an den Perserkönig veranlasst.
"Sein Tod war auch die Voraussetzung dafür, daß einer der persischen Großen seine legitime Nachfolge antreten konnte." Vor allem Bessos, als Verwandter des Königs, wäre dafür in Frage gekommen. Doch durch die Flucht vor Alexander konnte die Frage der Königsnachfolge nicht so schnell geklärt werden.
Wenig später kam dann Alexander und betrat den Wagen des toten oder, wie es die Legende will, im Sterben liegenden Dareios, der zu ihm sogar noch gesagt haben soll, dass er sich um seine Familie kümmern soll und sie ihrer Stellung entsprechend behandeln soll und das er seine Mörder richten soll, "'[...]nicht um ihn zu rächen, sondern aus Abscheu vor dem Frevel und auf daß nicht ihre Straflosigkeit auch anderen Königen - und ihm selbst! - verderblich werde.'"
Auf jeden Fall nahm Alexander der Große seinen purpurnen Mantel ab und legte ihn über die Leiche. Dies hat er bestimmt auch aus dem Herzen gemacht, gleichzeitig war es aber eine "...politische Demonstration: Ich verbeuge mich vor dem letzten Achaimeniden und ehre damit die Völker, über die er geherrscht hat; der neue König aber bin ICH, Alexander von Makedonien, Sohn Philipps aus dem Haus der Argeaden, Nachkomme des Achilleus und des Herakles."
50 Jahre alt war Dareios, als er im Juli 330 ermordet wurde. Alexander der Große ließ den Leichnam in einem Prunkwagen nach Persepolis überführen, wo seine Mutter war. Dort ließ er ihn mit allen Ehren bei den persischen Königsgräbern beisetzen. Dann nahm er Dareios Bruder, Oxyathres, in sein persönliches Gefolge auf, womit er seine Verbindung mit den Achaimeniden und seinen Anspruch auf die Nachfolge des Dareios zum Ausdruck brachte.
Dareios "[...]Tod als tragisch zu bezeichnen, wie früher geschehen, ist zu hoch gegriffen. Es wäre aber auch falsch, ihn als Feigling ohne Ehr' und Würde zu verdammen, wie es die Neueren tun. Ein mittelmäßiger Herrscher, von Natur aus harmlos, weich, kriegerischen Auseinandersetzungen nicht gewachsen, war auf einen Mann getroffen, wie ihn die Geschichte nur alle paar Jahrhunderte hervorbringt, - das ist alles."
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