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lexander "...legt nun volle Rüstung an, [...] ,schleudert [...] mit Urgewalt seinen Speer in die Erde Asiens, springt ins Wasser und erreicht als erster das Ufer. Doryktetos - "speergewonnen" - war nun das Land nach altem Brauch, der den Eroberer einen Rechtsanspruch sicherte: Speerwurf war gleich göttlichem Urteil."
Als Alexander der Große Ilion, die Stätte des alten troja, erreichte, nahm er das Schild mit, das im Tempel der Athene aufbewahrt wurde und von Achilleus sein sollte, da für die Griechen die trojanischen Krieger aus Homers Ilias ja Realität waren. Dieses Buch lag bei Alexander während des gesamten Feldzugs unter dem Kissen seines Lagers, zusammen mit einem elfenbeinverzierten Dolch.
Der König führte nun seine truppen über Perkote nach Lampsakos und in Sichtweite der Küste in die Ebene Adrasteia. Nach einem viertägigen Marsch hatten sie allerdings immer noch keinen Feind erblickt. Und genau dies machte Alexander Angst. Denn "...nichts fürchtete er mehr, dass ihm die Perser auswichen, ihn ins Leere laufen ließen, immer tiefer ins bestimmt doch planmäßig verwüstete Land hinein, um ihm dann den Rückzug abzuschneiden."
Genau dies hatte der fähigste truppenführer des Gegners, Memnon, ein Grieche aus Rhodos, geplant und noch mehr. Er wollte sogar die überlegene Flotte dazu einsetzen, den Krieg nach Griechenland zu versetzen, die Stadtstaaten zum Überlaufen bewegen oder zur Kapitulation zu zwingen. Doch er war im Kriegsrat auf Ablehnung gestoßen, denn die Perser wollten nicht ihr eigenes Land verbrennen.
Am westlichen Ufer des Granikos, einem etwa zwanzig Meter breitem Fluss, der heute Bigha Tschai heißt, vom Berg Ida kommt und ins Marmarameer fließt, nahmen die Perser Aufstellung.
"Eine scheinbar ausgezeichnete Position: Das Ufer an ihrer Seite stieg steil empor, bestand aus glitschigem Lehm, war gegen eine Umgehung durch einen See geschützt."
Alexanders Heer, vom Marsch in der glühenden Hitze erschöpft, sollte laut Anweisung des Königs und trotz Widerspruch Parmenions keinen Tag länger warten, obwohl sie erst angekommen waren und die persischen truppen bereits Aufstellung genommen hatten, sondern sofort zum Angriff bereit sein. Dies mag beim ersten Hören unklug erscheinen, doch Alexander erkannte die untaktische Aufstellung des Gegners und wollte dies sofort ausnutzen. Die Perser waren wie folgt aufgestellt: Die Kavallerie vor den Fußtrupp, der aus griechischen Söldnern bestand. Die Kavallerie konnte auf diesem steilem Uferrand niemals so stark sein, wie sie es sonst waren und die Infanterie war praktisch neutralisiert, weil sie zu weit entfernt von den Reitern waren. So entschloss sich Alexander der Große nun zu einem sofortigen Angriff. Interessant ist, dass er auf die Frage nach dem Geheimnis seiner Erfolge "Indem ich nichts aufschob" geantwortet haben soll.
Er selber ist mit seiner Kavallerie vorne in der Schlacht dabei gewesen und hat versucht die Führer zu töten, was ihm unter dem Feuerschutz seiner Bogenschützen und seiner Gefährten und mit vielen Wunden auch gelang. Dabei wäre er fast draufgegangen, wenn nicht Kleitos, sein Freund, der in seiner Leibwache war, ihm sein Leben gerettet hätte. Nun waren die Perser führerlos und ein Heer ohne Anführer hatte fast immer so gut wie verloren. Dass Alexander der Große als Feldherr und sogar König, dabei selber sein Leben riskierte, mag zwar nicht unbedingt von guter Taktik sprechen, aber Alexander war von sich selber sehr überzeugt und er war sich auch sicher, dass die Götter ihn gewinnen lassen würden. Vielleicht hat Alexander auch wirklich daran geglaubt so ein Held wie Achilleus zu sein.
Die griechischen Söldner, die noch immer vergeblich auf den Angriffsbefehl warteten, versuchten die fliehende Kavallerie von den verfolgenden Makedonen zu bewahren. Doch einmal umkreist, bot der Söldnerführer die Kapitulation an, mit dem Versprechen, in Zukunft für Alexander zu kämpfen. Doch er wollte ein Exempel statuieren, dass niemals wieder ein Hellene sein Vaterland verraten soll. So kam es zu einem blutigen Gemetzel, bei dem nur zweitausend Söldner überlebten, die dann in Ketten gelegt wurden und zu Zwangsarbeit in die makedonischen Silberbergwerke verschickt wurden.
Jetzt musste sich Alexander der Große wieder der Politik widmen. Seine diplomatische Klugheit, zeigt sich, als er aus der Waffenbeute die schönsten Schilde, die mit Goldrand und Ornamenten, nach Athen schickte, damit man sie am Parthenin als Weihgeschenk aufhängte mit der Inschrift:
"'Alexander, des Philippos Sohn, und die Hellenen - außer den Spartanern - von den Barbaren erbeutet, die Asien bewohnen.'" Und genau diese Formulierung zeigt seine Genialität, denn er verschweigt, dass er König ist, er ist ja nur der Griechen Hegemon, und nichts anderes als Philipps Sohn. Er verliert auch kein Wort über seine Makedonen, anscheinend haben die Hellenen die Schlacht gewonnen, dabei waren doch nur die Thessalier zum Einsatz gekommen. Die Spartaner nahm er aus, womit er den Griechen aus der Seele sprach, denn niemand war in Hellas unbeliebter als die Männer von Pelopenes, ausserdem hatten sie sich geweigert ihm truppen zu stellen. Die Perser nannte er nach griechischem Brauch "Barbaren".
So viel Propaganda in wenigen Worten unterzubringen ist wirklich genial. Nun hatte sich Memnon, der Mann aus Rhodos, der Alexander in vielen Belangen ebenbürtig war, mit dem Rest der am Granikos erschlagenen Armee nach Halikarnassos, was heute Bodrum ist, zurückgezogen. Hier ließ er neue truppen anwerben, die vorgelagerten Inseln befestigen, den Wallgraben auf fünfzehn Meter verbreitern auf sieben Meter vertiefen, die Magazine mit Korn auffüllen und die Zisternen mit Wasser und den Hafen durch Kriegsschiffe sperren. Er wollte nämlich ein Bollwerk errichten, von dem aus er den Makedonen ein Ende bereiten wollte. Interessant ist, dass er Alexander hasste und zugleich bewunderte, wobei noch zu sagen ist, dass er ihn aus persönlichen Begegnungen kannte. "Einen seiner Söldnerführer, der sich in Schmähreden gegen den Makedonen nicht genug tun konnte, züchtigte er mit dem Stock. 'Ich habe ihn nicht gemietet, daß er Alexander beschimpfe, sondern, daß er ihn bekämpfe.'" Der Großkönig von Persien hatte die Fähigkeiten Memnons erkannt und betraute ihn jetzt mit dem alleinigen Oberbefehl. Allerdings war Dareios immer noch, trotz der Niederlage bei Granikos, der Meinung, dass es nicht nötig sei, Alexander und seine Armee mit der gesamten Heeresmacht Persiens entgegenzutreten. Memnon blieb viel Zeit, Halikarnassos uneinnehmbar zu machen, denn Alexander kam nur langsam voran.
Nachdem Alexander der Große mehrere persische Städte einnahm, die er zu erst immer diplomatisch ohne Kampf bekommen wollte, und er jedesmal seinen Männern verbot die Städte zu plündern, da er wollte, dass unter ihnen, also den Siegern und Besiegten, Frieden herrschen sollte, auch in der Hoffnung, dass sie in Zukunft für ihn freiwillig kämpfen würden, kam er vor Halikarnassos, wo ihn Memnon bereits erwartete. Auf schmerzhafte Weise erlebten seine Männer, dass sie hier einen anderen Gegner vor sich hatten, als sie sich einige hundert Meter den Ringmauern genähert hatten. Nach einigen Verlusten galt es nun, Deckung zu suchen vor dem Hagel der Geschosse und auf die Belagerungsmaschinen zu warten, die von den zehn Kilometer entfernt liegenden transportschiffen herangeschleppt wurden. Doch um sie einsetzen zu können musste man unter dem Schutz der Schildkrötendächer den fünfzehn Meter breiten und sieben Meter tiefen Wallgraben ausfüllen. Dann begannen die Rammböcke die Mauern aufzuschlagen.
Dann, Anfang Oktober, entschloss sich Memnon, der eingestürzte Wehrtürme und zerstörte Zitadellen zu beklagen hatte, Halikarnassos aufzugeben und sich auf die Burg Salmakis und die Hafeninsel zurückzuziehen, wobei er vorher alle Waffenmagazine und die Stadtviertel nahe der Mauern anzündete. Das bekannte Mausoleum, eines der sieben Weltwunder, welches Artemisia der dritten für ihren Gemahl, den König Mausolos, errichten ließ, blieb von den Flammen verschont. Alexander stiftete dafür sogar eine beträchtliche Summe, um es vollenden zu lassen.
Halikarnassos, das Zentrum persischen Widerstands, war ausgeschaltet und die Feinde wussten nun, dass sie vor Alexander nicht einmal hinter dicken Mauern sicher waren. Immer mehr Städte verrieten ihren König Dareios und schlossen sich Alexander an.
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