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ls Alexander ungefähr dreizehn oder vierzehn war, begann Philipp mehr als zuvor für die Ausbildung und Vorbereitung des jungen Prinzen auf seine künftigen Aufgaben Sorge zu tragen. Er bestellte als Erzieher den großen Philosophen Aristoteles, den Schüler Platons, der zu der Zeit allerdings noch nicht so berühmt war wie Platon. Alexander entwickelte durch ihn eine Vorliebe für Bildung, Kultur und Forschung. Gleich am Anfang unterrichtete Aristoteles ihn über griechische Literatur und Dichtung. So wurde Homers "Ilias" zu Alexanders Lieblingsbuch, welches er später auf seinen Feldzügen unter seinen Kopfkissen legte.
Vor allem die schon erwähnte Heldengestalt Achilleus wurde ihm zum Vorbild und er versuchte sie sogar zu leben. Das zeigt, dass er im Mythos auch eine Realität sah. Ein zweites wichtiges Unterrichtsgebiet von Aristoteles waren die Lehren Platons, besonders des esoterischen Platonismus.
Schließlich weckte Aristoteles, der Sohn eines Arztes, das Interesse Alexanders für Medizin und Naturwissenschaften. Als Alexander der Große schon König war, verordnete er später seinen Soldaten im Feldlager Diät und Arzneimittel. Die Erforschung der Fauna, Flora und Mineralien war ihm auf seinen Zügen so wichtig, dass er planmäßige Beobachtungen und Material sammeln und Aristoteles schicken ließ, der mit seinem Schüler Theophrast dadurch die Wissenschaft der Zoologie, Botanik und Mineralogie begründen konnte.
Doch je weiter Alexander der Große in seinen Feldzügen in ferne Länder vordrang, desto mehr war er zu Korrekturen an dem Weltbild, welches Aristoteles ihm gelehrt hatte, gezwungen.
Auch über seine geographischen Feststellungen und Entdeckungen, die amtlich dokumentiert wurden, hat Alexander während der Feldzüge mit seinem Lehrer Aristoteles korrespondiert.
Politische Unterweisungen durfte für einen Prinzen natürlich nicht fehlen. Dabei hatte Aristoteles eine schwierige Aufgabe, vor allem was seine Ansichten über die griechische Polis und der Monarchie anging und die des Alexanders. Dazu auch ein Zitat von Bertrand Russel, ein Philosoph des 20. Jahrhunderts: "Jedoch scheint sicher zu sein, dass es nicht das Geringste gab, worin die beiden hätten völlig einig sein können. Aristoteles' politische Ansichten basierten auf dem griechischen Stadtstaat, welcher schon lange keine Lösung mehr sein konnte." Die Vorstellung, einen kleinen Stadtstaat zu regieren, sagte einem ehrgeizigen Fürsten, der ein zentrales Großreich schaffen wollte, nicht zu. Auch gegenüber der Aristotelischen Weisung, Nichtgriechen wie Sklaven zu behandeln, muss Alexander skeptisch gewesen sein, denn ihm schwebte ein Reich vor, in dem zwischen Sieger und Besiegten die Partnerschaft gedieh. Diese Gegensätze in den Denkweisen von Alexander und Aristoteles wuchsen, je mehr Alexander der Große auf seinen Feldzügen eroberte. Trotzdem soll Alexander gesagt haben: "Meinem Vater verdanke ich mein Leben, Aristoteles aber die Kunst, das Leben zu gestalten."
Abschließend kann man sagen, dass die Unterweisung Alexanders von seiner Mutter, seinem Vater, allen Lehrern, die er hatte, vor allem Aristoteles, und das Erben der Eigenschaften seiner Eltern, auf seinen späteren Feldzügen, zu denen ich noch kommen werde, klar ersichtlich ist.
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